Homöopathie für ein nicht geschätztes Souvenir – Nachkriegstrauma / PTBS

 

 

In Zeiten andauernden und potenziell bevorstehenden militärischen Konflikten sind kampfbezogene Verletzungen ein Thema das nicht ignoriert  werden darf und nicht ignoriert werden sollte. Die militärische Kriegsführung ist nicht nur schädlich und zerstörerisch für eine vernichtende Zahl unbeteiligter Menschen, sondern sie hinterläßt auch in vielen Fällen den Soldatinnen und Soldaten ein schlechtes Andenken an ihre Entsendung in Krisen oder Kriegsgebiete.

 

 

Während viele dieser „Verletzungen“ physische Schäden des Kampfpersonals bedeuten, bringen viele Soldatinnen und Soldaten scheinbar unsichtbare Verletzungen mit nach Hause. Diese werden häufig ignoriert und häufig fehlinterpretiert. Angst- und Belastungstraumta gibt es immer häufiger, diese werden aber bisher nur unzureichend anerkannt und behandelt.

 

 

PTBS, posttraumatische Belastungsstörung, ist das Trauma, das sich aus der Erfahrung mit Krieg, Krisen oder Terror entwickeln kann. PTBS wurde erstmals bei Vietnam-Krieg-Veteranen nachgewiesen, allerdings erst 1980 von der American Psychiatric Association als psychische Störung eingestuft und klassifiziert. Zunehmende Zahlen von Militärpersonal weisen Symptome auf, die mit ihren Erfahrungen während der Entsendung in Kriegsgebieten und dem Kampfeinsatz verbunden sind.

 

 

Es handelt sich nicht um gelegentliche Angstzustände, sondern um mentale Zustände, die durch Leiden definiert werden, die Menschen daran hindern, ein normales Leben zu führen. Charakteristisch für diese Art von Angst- und Trauma-störungen sind anhaltende, überwältigende Zustände von Angst und Sorge. Diese Phasen können lähmend wirken und erscheinen möglicherweise als nicht beherrschbar. Panik, Phobien, Zwang und Depression können sich vereinen, so dass der Betroffene nicht in der Lage ist, normal seinen Lebens-alltag zu meistern.

 

 

Die konventionelle Medizin verwendet medizinische und psychoanalytische Ansätze, um den an PTBS erkrankten Personen zu helfen. Jedoch werden immer mehr ganzheitliche und komplementäre medizinische Therapien von Patienten angewandt, um die Symptome von Trauma-syndromen zu lindern. Es gibt wenig Forschung über die Wirkung von komplementäre und alternative Medizin in der Behandlungen für PTBS, aber Erfahrungsberichte bieten vielversprechende Empfehlungen der Wirksamkeit bei diesem Syndrom.

 

Der ganzheitliche Therapieansatz der alternativen und komplementären Medizin, der die Gesamtheit der Patienten, die physische, mentale und emotionale Ebene, berücksichtigt, kann somit Linderung, und Genesung des Individuums insgesamt erreichen.

 

Die Homöopathie, ist eben auf Grund ihrer Erfassung des Gesamtzustandes der Patienten und der großen Anzahl von Mitteln in den homöopathischen Materia Medica, die in ihren Prüfungsbildern spezifische Symptome ausdrücken, die dem Syndrom der PTBS zugeschrieben werden können, geradezu predestiniert für die Behandlung von Patienten dieses Symptomenkomplexes.

 

Weitere Einsichten gibt es hier

 

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Gäste-post: Homöopathische Dosierung als Konsequenz.

Einblicke und Ansichten von Carola Matthiesen

 

 

In ihrem Blog–Artikel (Link dazu s.u.) zeigt Carola Matthiesen, wie sie sich Fremdveröffentlichungen von Berichten erfolgreicher homöopathischer Behandlungen nähert und wie diese Art der Fall-Präsentation zu einer größeren Einstimmigkeit unter den Homöopathen (https://carolamatthiesen.wordpress.com/2017/07/18/uneinigkeit-bei-homoeopathen/ vom 18.07.17) bei der Mittelwahl beitragen könnte.
Die Fall-Präsentation der Homöopathin Agimary Joseph im Englischsprachigen erschienen bei https://cleverhthemag.com/2017/05/21/a-case-of-knee-pain/amp/ mit ausführlicher Anamnese (s. dort), liegt hier von der Autorin auf die Bereiche 1.-9. sortiert vor.
Sie hat diese Aufteilung nach dem von Hahnemann inspirierten Alle9ne-Fallanalyse-Hierarchisierungsschema (siehe z.B. die Fallanalysen-Sammlung auf dem Autorenblog: https://carolamatthiesen.wordpress.com/fallsammlung-kj-faelle-von-hahnemann-nachbearbeitet-von-carola-matthiesen/) als bewährt gefunden, um die stets ganzheitlich leidende Lebenskraft des Patienten zu beobachten (#Krankheitsbild).
Denn die sich daraus (für den vorurteilsfreien Beobachter, s. „Organon der Heilkunst“, Paragraph 6) ergebenen Repertorisations-Rubriken (aus dem Synthesis 9 von 2011), die sie hier nachvollziehbar wiedergibt, bestätigen die im Englischen („A case of knee pain“) dargestellte Mitteldifferenzierung zwischen Pulsatilla und Kalium iodatum und schließlich auch die Mittelwahl nach der Symptomenähnlichkeit.
Wie die Mittelwahl ursprünglich erfolgte, zeigt die Engl. Erstveröffentlichung (jedoch noch) nicht und daher vervollständigt die Autorin quasi nun im Deutschen dessen Weg von der (strukturierten) Anamnese zur homöopathischen Mittelwahl „nach deutlich einzusehenden Gründen“ (s. „Organon der Heilkunst“, Paragraph 2) nach dem Prinzip der Symptomenähnlichkeit ohne eine Art von „Vermutungskunst“ (oder Signaturenlehre) anzuwenden (s. vorletzten Absatz u. ff. der Einleitung des „Organon der Heilkunst“… „similia similibus…“).
Diese besondere Art der Mittelauswahl in der homöopathischen Tradition impliziert eine besondere Form der sicheren Dosierung, wie hier anhand des Falles von Knieschmerzen beispielhaft zu erkennen ist und daher auch prinzipiell leicht für jeden Skeptiker auf naturwissenschaftlicher Basis verständlich wird.
So zeigt die Autorin, dass uns Hahnemann’s sichere Dosier- und Verordnungsmethodik seit gut 200 Jahren in die Lage versetzt, bei einem passenden Unruhezustand, wie z.B. bei dem beschriebenen Fall, sogar ein jod-„haltiges“ Arzneimittel mit Aussicht auf Linderung zu verabreichen.
Die Autorin verdeutlicht zum Abschluß noch ihre persönliche Herangehensweise bei neuen Fällen, die homöopathisch unvorbehandelt sind, wie dieser, und geht diesbezüglich auf die von Hahnemann in seinen späten Jahren entwickelten LM-/Q-Potenz-Lösungen ein.
Zusammenfassend bringt der Artikel drei wichtige Dinge – für Homöopathen und die es werden wollen – zum Ausdruck:
A. Die praktische Übersicht im Krankenjournal durch die Alle9ne-Struktur bei der Fallanalyse, aber auch schon während der Anamnese (quasi als freie Choreographie-Vorlage) mit Spontan- und Lenkbericht nach Hahnemann (s. „Organon der Heilkunst“, Paragraph 83 ff.).
B. Die zur Einigkeit der Homöopathen bei der Mittelbestimmung und -Differenzierung beitragende Fallanalyse, und
C. die Begründung für die homöopathische (und damit sicher gemachte) Dosierung als Konsequenz.

Oder:
Warum sich die mögliche Stärke einer homöopathischen Arzneimitteldosierung auch schon aus der methodischen Arzneimittelwahl nach dem Ähnlichkeitsprinzip ergibt.
Link zum oben genannten Blog-Artikel: https://carolamatthiesen.wordpress.com/2017/08/13/463/

 

Über die Autorin:

Carola Matthiesen ist seit 1997 Heilpraktikerin und als Homöopathin seit 2006 außerordentliches Mitglied im Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte e.V.
Mit dem Blog (carolamatthiesen.com) und der Internetpräsenz möchte sie Laien und interessierten Kennern die echte Homöopathie mit ausgewählten Texten vor Augen führen und sich, wenn möglich, mit ihnen und anderen Homöopathen austauschen.
Angeregt durch Fall-Präsentationen anderer oder Buchveröffentlichungen, die ihr begegnen, entstehen so immer wieder Briefwechsel und/oder Artikel (ihr erster Leserbrief erschien 2008 zum Artikel „Entstehung von Krebs bei homöopathisch behandelten Patienten“ von Dr. Robert Ködel in der Allgemeinen Homöopathischen Zeitung 2008; 253: 299-303).
Mit ihrem Ehemann, mit dem sie seit gut 25 Jahren durchs Leben geht, kümmert sie sich sonst noch begeistert um den Wiesenkräutergarten (https://zentauricrew.wordpress.com/2017/08/15/unsere-kleinen-bunten-gartenfreudenmomente/ ).

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Sanfte Hilfe für das Herz

 

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Für die Herz- und Zirkulations- gesundheit muss man gelegentlich mal etwas tun. Aussreichend Bewegung an der frischen Luft, leichter Sport wie walking, oder schwimmen, oder auch warm / kalte Wechsel-bäder, sind wahre Gesundmacher und Gesunderhalter für die Durchblutung und das Herz.  Ausreichende Flüssigkeitszufuhr und gesunde Ernährung tun ihr Übriges für eine gute Zirkulation.

Aber es gibt noch andere Methoden wie man das System unterstützen kann.

 

Rotwein tut gut!

 

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Wissenschaftliche Studien haben es mehrfach bewiesen, Rotwein tut dem Herzen gut!

Allerdings nur in Maßen! Bei einem moderaten Konsum von Rotwein, das heisst nicht mehr als 150ml pro Tag, vermag der Genuss das Risiko von Herz-kreislauf-erkrankungen um zirka 30% zu senken. Die Ursache dafür fanden Forscher in der Zusammensetzung des Weines. Die Aufnahme von Flavonoiden und Resveratol, den Hauptbestandteilen des Weines, führt zu Erweiterung der Blutgefäße und dadurch zu erhöhtem Blutfluss. Die Blutgerinnung ist reduziert und die Entstehung von Gerinnseln eingeschränkt. Also ist das Herzinfarkt- und Schlaganfall- risiko gemindert. Neuere Studien haben übrigends belegt dass auch Weißwein diese Fähigkeiten besitzt.

 

Hildegards Herztonikum

 

Wußten Sie, dass auch bereits Hildegard von Bingen dem Rotwein ein heilende Wirkung zu sprach?  Die Äbtisin empfahl zur Stärkung des Herzens und der Vitalisierung des Kreislaufsystems einen Herzwein zuverabreichen. Dieser beinhaltet neben dem Wein auch Petersilie und Honig. Die entspannende Wirkung der Herzwein-rezeptur auf das Herzkreislaufsystem liegt möglicherweise, ausser im Wein, in der vitamin- und mineralstoff- reichen Zusammensetzung der Petersilie, sowie der antioxidativen Eigenschaften des Honigs. Zusammen bewirken die Inhaltsstoffe dass die  Herzkranzgefäße erweitert, der Blutdruck gesenkt und das Herz gestärkt wird.

Man kann Hildegards Herzwein gut zuhause selbst herstellen:

 

* 10 Petersilienstängel

*  2 Eßlöffel Weinessig

*  1 Liter Rotwein

* 200 – 250ml Honig

 

Bei der Herstellung werden Petersilienstängel, Essig und Wein in einem Topf zum kochen gebracht. Das Gebräu sollte dann 5 – 8 Minuten siedend köcheln. Danach abseihen und die Mixtur abkühlen lassen. Den Honig erst zufügen wenn der Sud lauwarm ist. Käme der Honig eher dazu würden wirksame Inhaltsstoffe, auf Grund der Hitze, entkräftet.

Ein Likör-gläschen, bis zu drei Mal am Tag, soll besagte Herzbeschwerden lindern, und das Herz stärken.

 

Weissdorn – Crataegus

 

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Der Weißdorn, auch Heckendorn oder Hagedorn genannt, wird lateinisch als Crataegus bezeichnet.

Es ist ein niedriger Baum, eher ein Strauch, dessen Blüten im Frühling weiß blühen und seine Früchte im Spätsommer und Herbst rot leuchten. Er gehört zu der Gattung der Rosengewächse und es gibt zwischen 100 und 200 Arten. Er wächst an Wegrändern und in Hecken.

Sein Vermögen als Heilpflanze erstreckt sich insbesondere auf das schwach, schon ältere Herz. Demnach sind Präparate die Weissdorn enthalten bei nachlassender Herzleistung bzw. Herzschwäche, Altersherz, Rhytmusstörungen, und Enge- und Druck- empfindung in der Herzgegend zu empfehlen. Auch hat Crataegus eine stabilisierende Wirkung auf den Blutdruck, hilft niedrigen und auch hohen Blutdruck zu regulieren.

Es ist nachgewiesen das Weissdorn die Kontraktion der Herzmuskulatur und die Pumpkraft fördert. Die Durchblutung der Kranzgefäße wird gesteigert. Das Herz wird somit gestärkt und dessen Leistungsfähigkeit nimmt zu.

 

Ausserdem kann die Anwendung von Crataegus bei folgenden Symptomen in betracht gezogen werden:

– Geringe körperliche Belastbarkeit

– Allgemeine Mattigkeit

– Schnelle Ermüdung

– Herzklopfen und/oder Atemnot nach nur geringer Anstrengung

– Erschöpfung durch geringe körperliche Belastung

 

Es sind keine nachteiligen Wirkungen einer Einnahme von Crataegus bekannt.

 

Blut-zirkulations-beschwerden in den Beinen

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Haben Sie gelegentlich schwere oder schmerzhafte Beine, geschwollene Knöchel, Wadenkrämpfe, Verfärbte Haut oder Krampfadern? Dann könnte die Blutzirkulation in den unteren Extremitäten eingeschränkt sein. Oftmals reichen einfache Maßnahmen aus Linderung herbei zuführen. Zum Beispiel können Bewegung, Massage, Streckübungen oder das Höherlegen der Beine die Symptome abschwächen.

Es diverse Cremes und Präparate, die zum Beispiel Aesculus (Rosskastanie) oder Hamamelis enthalten, die zur Anwendung bei der Vorbeugung und Behandlung von solchen Durchblutungsstörungen in Betracht gezogen werden können.

 

In homöopatischer Form werden Aesculus und Hamamelis hierfür gerne in niedriger Potenzierung angewandt. Zu empfehlen ist eine D6.

 

Aesculus ist angezeigt wenn:

– die Beine schwer, und müde sind.

– die Haut an den Beinen fühlt sich gespannt an, ist geschwollen.

– die Venen gestaut oder entzündet.

– diese Durchblutungsstörung ist nicht unbedingt schmerzhaft.

– eine Neigung zu Thrombose besteht.

 

Hamamelis ist angezeigt wenn:

– eine Empfindlichkeit bei Berührung, Druck und Wärme besteht.

– die Krampfadern schmerzhaft sind.

– ein Gefühl von Zerschlagenheit in den Beinen vorherrscht.

– die Venen dunkelbläulich durch die Haut scheinen.

– sich Wasser im Bereich der Knöchel ansammelt

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Wie beliebt ist Homöopathie in Deutschland?

piv bia pixabay.com

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Laut einer representativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach erfreut sich die Homöopathie zunehmenden Vertrauens in der Bevölkerung. Für diese Erhebung wurden 1500 Menschen in ganz Deutschland befragt. Aus der 2014 verfassten Studie geht hervor dass 60% der Bevölkerung Homöopatika benützt. Das sind 7% mehr als im Jahr 2009.

 

73% der Anwender der Homöopathie sind Frauen. 48% Männer.

 

95% der West Deutschen kennen Homöopathie. Im Jahr 1975 waren es nur 76%.

 

Für 67% kam die Empfehlung der Homöopathie von Freunden unf Verwandten. Hauptgrund für eine homöopatische Behandlung ist das geringe Auftreten von Nebenwirkungen. Haupt Anwendungsgebiete sind laut der Studie, Erkältung, Immun-stärkung, Sonnenbrand, und Insektenstiche. Aber auch für Kopfschmerzen, Verdauungsbeschwerden, Schlaflosigkeit und Bauchschmerzen findet die Homöopathie Anwendung.

 

 

 

Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. (n.d.) Repräsentative Befragung – Immer mehr Menschen nehmen Homöopathika, Available at: https://www.bah-bonn.de/presse-und-publikationen/pressemitteilungen/artikel/repraesentative-befragung-immer-mehr-menschen-nehmen-homoeopathika/ (Accessed: June 2016).

 

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Von der Wichtigkeit ein informierter Patient zu sein!

Bei einem Arztbesuch nehmen die meisten von uns eine etwas untergeordnete Position gegenüber der des Arztes oder des Behandlers ein. Dies ist eigentlich etwas ganz natürliches, denn wir sind krank, und in der Regel auf die Hilfe unseres Gegenübers angewiesen. Wir fühlen uns in unserem krankhaften Zustand nicht stark und vital, sondern schwach und verletzlich. Die meisten von uns sind auf dem Gebiet der Medizin nicht wirklich sachkundig, ersuchen daher Hilfe von jemandem der auf diesem Gebiet kundig ist, einem Mediziner oder einem Therapeuten anverwandter Disziplinen oder Bereiche. Möglicherweise haben wir aufgrund unseres mangelnden Sachwissens das Gefühl, nicht in der Lage zu sein die besten Entscheidungen angesichts unseres momentanen Gesundheitszustandes zu fällen. Aus diesem Grund suchen wir Experten oder Spezialisten auf, die in der betreffenden Materie ausgebildet, und dadurch in der Lage sind uns bei unseren Gesundheits-entscheidungen informierend zur Seite zu stehen. Auch dies ist völlig normal. Aber, sollten wir deshalb blind den Aussagen und Entscheidungen eines anderen folgeleisten? Sollten wir eine passive Position einnehmen und gänzlich die Verantwortung für unsere Gesundheit an einen fähigen Mediziner abgeben?

NEIN!

Wir können nicht, sollten nicht, und dürfen uns nicht auf andere verlassen, um die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, und die entsprechenden Entscheidungen in unserem Namen zu fällen!

Wir müssen Herr über unsere eigene Gesundheit sein, und müssen uns über fundierte Kenntnisse aller Fragen von der Ursache zur Heilung, über Intervention, Behandlung und Medikation informieren. In allen Phasen müssen wir uns darüber klar sein was uns präsentiert wird; wo liegt die Ursache, was kann getan werden, was ist notwendig, was nützlich und wirksam für unsere Genesung. Was fördert unsere Gesundheit, und hat möglichst wenige negative Auswirkungen …

Durch obige Aussage aber, scheint es als ob wir, als Patienten, sehr detailliert bezüglich aller Fragen zu Krankheit, Genesung und Gesundheitsversorgung informiert sein müßten. Dies ist jedoch nicht was mit dieser Aussage gemeint ist!

Es bedeutet einfach, dass wir aufmerksam, im Bezug auf unseren eigenen Zustand sein sollten, dass wir kritisch prüfen sollten was unser Arzt oder Therapeut empfiehlt und bereit ist für unsere Behandlung zu tun. Es bedeutet, dass wir neugierig sein sollten. Wir haben zu hinterfragen und zu verlangen, dass wir richtig informiert werden. Wir sollten nie Angst davor haben unseren behandelnden Arzt zu fragen was er meint oder was es bedeutet wenn er uns unbekanntes Vokabular verwendet. Jede Behandlung bei einem Arzt, einem Heilpraktiker oder dem Therapeuten eines anderen anverwandten Berufs ist eine Service-leistung. Er oder Sie ist für uns da, für den Patienten, also können und müssen wir das erfragen dürfen was wir nicht wissen, was sich jedoch auf uns und unseren Fall bezieht. Er oder sie muss uns dann eine angemessene und richtige Antwort geben, oder, wenn er oder sie keine probate Antwort weiss, uns auf geeignete Quellen verweisen wo wir die Antwort auf unsere Fragen bekommen können.

Die obige Aussage unterstreicht, dass ein Patient aufmerksam sein muss! Wachsam zu sein bedeutet, sensibilisiert zu sein für das was geschieht, wann es und wie es geschieht; was ändert sich, was verbessert und was verschlimmert den vorhandenen Zustand. Diese, zum Teil sehr feinen Details, können entscheidende Indikatoren für einen Arzt sein um eine adequate Behandlung einzuleiten.

Was sollten wir also als Patienten mitteilen, wenn die Notwendigkeit eines Arztbesuches gegeben ist?

– Wir sollten in der Lage sein, unseren Zustand mit dem wir vorstellig werden zu beschreiben. Wie anders fühlen wir uns jetzt, im Vergleich zu vor der Erkrankung. Wir sollten in der Lage sein, die Symptome die wir haben im Detail zu beschreiben.

– Wir sollten über unsere eigene Krankengeschichte informieren können. Welche Operationen haben wir gehabt, welche Impfungen erhalten. Leiden wir unter Allergien, welche Medikamente nehmem wir derzeit ein (verschreibungspflichtige und nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel, sowie Nahrungsergänzungsmittel). Wir sollten von Nebenwirkungen, die wir während der Einnahme von Medikamenten eventuell haben wissen, und sollten immer den Verdacht auf Nebenwirkungen zur Sprache bringen.

– Wir sollten Einzelheiten der wichtigsten Familienanamnese wissen. Welche Erkrankungen liegen in der Familie, leiden die nahen Verwandten an Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, etc. …

– Sind wir in Behandlung, bei anderen Gesundheitsdienstleistern müssen wir dies benennen, um nachteilige Wechselwirkungen von Therapien und Medikamenten zu vermeiden.

Es hilft also ein informierter Patienten zu sein um die bestmögliche Behandlung für den präsentierenden Krankheitszustand zu erhalten! Deshalb müssen wir fragen, fragen, fragen und im Zweifelsfall nochmals fragen! Wir müssen versuchen, genügend Informationen zu erhalten um ein ziemlich gutes Verständnis für unseren Zustandes zu haben. Und im Zweifel, müssen wir eine zweite Meinung einholen!

Wir müssen unseren Arzt über Behandlung und Medikamente befragen. Wir müssen die Packungsbeilage lesen und Ärzte, Apotheker oder anderes medizinisches Personal über mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten die wir einnehmen befragen. Welche Allergien oder Nebenwirkungen befürchten wir. Wir sollten uns auch dessen bewusst sein, dass andere Medikamente die wir bereits einnehmen möglicherweise in ihrer Dosis erhöht oder verringert werden müssen wenn zusätzlich ein anderes Medikament verabreicht werden soll.

Es ist hilfreich, wenn wir jemanden mit uns nehmen, wenn wir unseren Arzt oder einen Therapeuten aufsuchen. Als kränkelnder Patienten ist uns möglicherweise unwohl, oder wir sind ängstlich. Wir könnten Wichtiges überhören, oder vergessen zu erwähnen. Da kann eine Begleitung erinnernd hilfreich zur Seite stehen.

Es ist wichtig, immer bewusst und kritisch beim Umgang mit seiner eigenen Gesundheits zu sein! Wir wollen die bestmögliche Behandlung erhalten, und es gibt viel, was wir tun können, um sicherzustellen, dass wir in der Tat diese auch erhalten! Deshalb ist es sehr wichtig, ein informierter Patient zu sein!

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Die Behandlung der Massen – Homöopathie in Indien

Homöopathie hat Kritik und Skepsis überstanden, und hat sich zu einer der wichtigsten Alternativ-therapien der Welt entwickelt. Schätzungsweise 300 bis 500 Millionen Menschen benutzen Homöopathie weltweit [1]. Der Hauptgrund für diese umfangreiche Anwendung ist ohne Zweifel, die weltweit, täglich von Patienten erfahrene Wirksamkeit. M. GandhiDoch die Homöopathie hat auch andere, zum Beispiel, einen großen wirtschaftlichen Vorteil gegenüber der konventionellen Medizin. Homöopathie ist billig in der Produktion, und kann daher billig im Verkauf sein! Damit ist dieser Behandlungsansatz einer, der Massen von Menschen zur Verfügung stehen kann!

Homöopathie kam nach Indien durch einen französischen Arzt und ehemaligen Schüler Hahnemanns, namens Honigberger. Seine erfolgreiche Behandlung von Patienten, und die Tatsache, dass die homöopathische Philosophie Parallelen zum hinduistischen Glauben und der Kultur widerspiegelt, hat die homöopathische Medizin im Land gedeihen lassen [2].

Mahatma Gandhi (1869 – 1948), bedeutender Führer der Befreiungsbewegung in Indien, während der britischen Herrschaft, wurde zu einem der eifrigsten Verfechter des homöopathischen Behandlungsansatzes. Er wurde mit den Worten zitiert:

Die Homöopathie heilt einen größeren Prozentsatz der Fälle als jede andere Methode der Behandlung, und ist zweifels ohne sicherer und wirtschaftlicher, und die umfassendste medizinische Wissenschaft ...“ (zitiert in [3]).

In Indien gibt es heute rund 162 Universitäten an denen Homöopathie auf Hochschulniveau gelehrt wird, etwa 200 000 Praktiker behandeln ihre Patienten homöopathisch und rund 100 Millionen Menschen nutzen oder haben Homöopathie angewandt [4]. Dies macht Indien mit Abstand, das Land in der Welt, mit dem umfangreichsten Einsatz von Homöopathie.

Laut eines WHO – Berichts von 2005 [5] ist Homöopathie bereits zu dem am zweithäufigsten verwendeten medizinischen System der Welt avanciert. Sie hat die Oppositions-kampagnen von Kritikern und Skeptiker überstanden, und hat den Standard einer erfolgreichen und wirksamen Behandlungsmethode erreicht. Die Homöopathie wirkt ganzheitlich, ist frei von Nebenwirkungen und dabei für Massen von Menschen zugänglich.

 

 

 

[1] Canadian Consumers Centre for Homeopathy (2011) Homeopathy Worldwide [online] available at http://www.homeocentre.ca/homeopathy-worldwide/

[2] Dilli Homoeopathic Anusandhan Parishad (2000) ORIGIN & GROWTH OF HOMEOPATHY IN INDIA, [online] available at http://www.homeoint.org/site/delhihomeo/historyindia.htm

[3] Ullman, D. (2007) The Homeopathic Revolution: Why famous people and cultural heroes choose homeopathy. North Atlantic Books, U.S.A.:Berkeley as quoted on http://aurumproject.org.au/343/

[4] ISIS Report (2014) Homeopathy for the Masses, Institute of Science in Society Report 3/12/2014 [online] available at http: http://www.i-sis.org.uk/Homeopathy_for_the_Masses.php

[5] Malik, N. (2011) Worldwide Status and Growth of Homeopathy [online] available at https://drnancymalik.wordpress.com/article/status-of-homeopathy/

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Die Lebenskraft – ein verlorenes Konzept?

Die Lebenskraft, als ein Grundprinzip des homöopathischen Behandlungsansatzes, beschreibt eine Lebens induzierende, geistartige Kraft, die allen Lebewesen, Menschen, Tieren, Insekten, Pflanzen innewohnend ist.

 

Von Hahnemann als “ Dynamis “ bezeichnet, belebt sie den materiellen Organismus [1]. Ohne diese Lebensenergie wäre der materielle Körper nicht in der Lage zu funktionieren. Es wäre keinerlei körperliche Anstrengung, kein funktioneller Prozess oder emotionale Regung möglich. Aller Ausdruck des Lebens wäre unmöglich, nicht einmal die Selbsterhaltung. Diese Kraft ist instinktiv und ohne Intellekt. Ihr einziger Zweck ist es, ein harmonisches Gleichgewicht im gesunden Organismus aufrecht zu erhalten. Die Dynamis hat keine heilende Fähigkeit [1].

 

Dieses Konzept ist dem medizinischen Denken oder der Heilkunde nicht fremd. Vor allem in den traditionellen und alternativen Behandlungsansätzen ist es ein wichtiges Prinzip welches das grundlegende Element der Gesundheits-philosophie darstellt.

 

So zum Beispiel liegt an der Wurzel des traditionellen chinesischen Glaubenssystems, von der Art der Existenz des Lebens, sowie an der Basis des medizinischen Denkens der TCM, eine universelle Lebenskraft oder Lebensenergie genannt „Qi“. Qi ist die inhärente Quelle allen Lebens, die Lebenskraft der Natur [2]. Alle Organfunktion findet ihre anregende Kraft in Qi. Qi fließt im Organismus und belebt ihn. Obwohl Qi aus verschiedenen Qi – Energieformen, auf verschiedenen Ebenen, innerhalb des Körpers aufgebaut wird, nach den Prinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin, ist es seine immaterielle Existenz die Leben in einen ansonsten leblosen materiellen Organismus einhaucht[2].

 

Im Ayurveda, der traditionellen Heilkunde Indiens, wird die universelle Lebenskraft, die alle Funktionen des lebenden Körpers stiftet, als Prana oder Kundalini bezeichnet [2].

 

In etwa 97 Kulturen der vergangenen und neueren Zeit, ist eine Lebensenergie, die den Körper zum Leben erweckt, ein offensichtliches, fundamentales Konzept der Philosophie des Lebens. Damit erklärt sich das Verständnis von Krankheit und Heilung [2]! Doch zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde dieses Prinzip in der westlich orientierten Konzeption der Medizin aufgegeben, und hat seit dem nicht wieder den Weg zurück gefunden in den konventionellen medizinischen Behandlungsansatz.

 

Wo und warum wurde dieses grundlegende Prinzip aufgegeben? Es war immer und ist immer noch ein etabliertes, akzeptiertes und geschätztes Element der traditionellen und alternativen Heilmethoden! Die Ablehnung dieses Konzepts hat zweifellos die Entwicklung der konventionellen Medizin, sowie der wissenschaftlichen Forschung beeinflusst. Letztere rühmt sich strengster Wissenschaftlichkeit gemäß den Standards des allopathischen Ansatzes.

 

Es war in der Vergangenheit äußerst schwierig den Nachweis der Wirksamkeit der alternativen Behandlungsverfahren zuerbringen, da diese, ohne Ausnahme mit den Standards der konventionellen medizinischen Prüfung, erbracht werden müssen. Doch diese Testmethoden missachten das grundlegendste Prinzip der traditionellen und alternativen Medizin. Gemäß diesen Anforderungen, können wissenschaftliche Untersuchungen der traditionellen und alternativen Gesundheitsansätze nur unbefriedigend und unvollständig bewertet werden.

 

Was also, wenn die Folgen dieser Ablehnung des Lebensprinzips, das medizinische Konzept der Allopathie an der Wurzel verfälscht hat? Was, wenn die Ablehnung einer vitalen Essenz, oder Lebensenergie alle Forschung korrumpiert hat und in der Konsequenz dadurch unvollständige und irreführende Erkenntnisse daraus abgeleitet wurden? Was sind die Auswirkungen auf das konventionelle medizinische Denken, auf die wissenschaftlichen Bemühungen um Krankheit, Behandlung und Heilung zu erklären? Wo würde die konventionelle Medizin und ihre Forschung heute stehen hätte man dieses Prinzip berücksichtigt und es gründlich untersucht?

 

Was für viele tausende Jahre, in mehreren Gesundheitskonzepten und -praktiken als grundlegend galt, wurde plötzlich als … falsch, unpraktisch und nutzlos bezeichnet? Warum? Wer hat entschieden, ein “ Naturgesetz “ vor nur etwa 100 Jahren abzulehnen, das viele tausend Jahre Bestand hatte? Wie konnte ein damals neues, modernes Gesundheitskonzept so dominant werden, daß es ein solch traditionelles Prinzip ablehnen konnte?

 

Die Lebenskraft ist nicht das einzige Prinzip der traditionellen Behandlungsformen, das keine Berücksichtigung im herkömmlich medizinischen Denken mehr findet. In der Praxis der Homöopathie, zum Beispiel, ist es von größter Bedeutung für das Verständnis von Krankheit und Heilung.

 

Wie konnte etwas, was so lange akzeptiert, als wahr gegolten, und erhebliche Auswirkungen auf die verschiedenen traditionellen Gesundheitssysteme hatte, was als erprobt und nachgewiesen bezeichnet wurde, einfach abgelegt werden? Man kann nur erahnen, wo die Schulmedizin heute stehen würde, wenn seine Behandlung, Testwerkzeuge und der wissenschaftliche Rahmen die Lebenskraft berücksichtigt hätte.

 

 

Quellen:

[1] Hahnemann, S. (1974). Organon der Heilkunst (2.Auflage) 6B Heidelberg:Karl F. Haug Verlag.

[2] Stux, G. (1996) Akupunktur – Grundlagen, Techniken, Anwendungsgebiete München: C.H. Beck

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Perlen der homöopatischen Hausapotheke: Bellis perennis!

Diese hübsche kleine Blume , das gemeine Gänseblümchen ist Ausgangssubstanz für ein wertvolles homöopatisches Heilmittel, das meines erachtens in der homöopatischen Hausapotheke nicht fehlen darf.

Das Hauptaktionsfeld umfasst die Muskeln und Blutgefäße, aber auch Tumorwucherungen, die von einem Schlag oder einer Verletzung [1], [3] herrühren. Hauptindikationen für dieses Homöopatikum sind daher Folgen von Trauma, Prellungen, Quetschungen, Hämatome und Muskelschmerzen durch Überanstrengung [2 ], [ 3]. Es gibt die Empfindung von Muskelkater und Erschöpfung nach Trauma [2].

Dieses „Juwel “ der homöopatischen Hausapotheke wird auch „Gärtner – arznei“ bezeichnet , da es bekannt ist für seine Wirksamkeit bei „Schmerzen und Beschwerden des alternden Gärtners “ [1, S.140 ]. Aber dieses Homöopatikum hat auch seine Wirkung in Fällen von Gastroenteritis, Dysmenorrhoe und Ekzemen bewiesen [2] , [4].

Laut Clark [3] ist es auch ein Heilmittel, für Patienten die zuerst großer Hitze, und in der Folge, einer plötzlichen Abkühlung ausgesetzt waren. Clark erwähnt auch die Anwendung von Bellis perennis bei Krampfadern, Brust – und Gebärmutter Schwellung. Ähnlich wie bei Arnika ist Bellis ein Heilmittel das empfohlen wird, für den Einsatz vor und nach chirurgischen Eingriffen um die Heilung zu beschleunigen. Sein Aktionsradius ist dem von Arnika und Calendula ähnlich [3].

Rehman [4] betont besonders, dass Bellis ein begleitendes Mittel zur Behandlung mit Arnika ist, wo Prellungen und Hautblutungen therapiert werden. Er, wie auch Clark [3] betonen weiter, dass Bellis perennis ein Heilmittel ist das nicht in den Abendstunden verabreicht werden sollte da es dazu führen kann, dass der Patient dann in den frühen Morgenstunden erwacht, ohne wieder einschlafen zu können!

Ich habe dieses Mittel angewandt in Fällen von beschädigtem Zahnschmelz, und in der Kombination mit Mercurius solubilis und Symphytum zur Behandlung von Karies, wo der Zahn schmerzte und sich die Zahn-oberfläche verfärbt hatte. Ich konnte dabei beobachten, dass die Empfindlichkeit und die Schmerzen abgeklungen, und die Oberfläche seine normale Farbe wieder erlangte.

Quellen:

[1] Bartram, T. (1998) Bartram’s encyclopedia of herbal medicine London: Constable & Robinson Ltd.

[2] DHU (2011) Homöopathisches Repetitorium Karlsruhe: Deutsche Homöopathie Union.

[3] Clarke, J. (1994) A Dictionary of practical materia medica New Ddelhi: B.Jain publishers Ltd.

[4] Rehman, A. (2000) Handbuch der homöopatischen ArzneibeziehungenHeidelberg: Haug.

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Wissenschaft, evidenzbasierte Medizin und alternative Therapien ….. es ist kontrovers!

Einleitung

Patienten übernehmen zunehmend die Verantwortung im Bezug auf ihre eigene Gesundheit und werden kritischer, was Behandlungen und Therapien betrifft! Aufgrund von Unzufriedenheit mit der konventionellen Behandlung , die gleichgültig gegenüber einer ganzheitlichen Sicht von Gesundheit ist, mehr oder weniger schwere Nebenwirkungen oder sogar Begleiterkrankungen verursacht, lässt Patienten nach neuen Behandlungsansätzen zur Linderung ihrer Leiden suchen. Häufig ist die Wahl eine alternative und komplementäre medizinische Disziplin [1 ] [2] [3].

Dies geschieht sehr zum Leidwesen von Vertretern der Schulmedizin. Sie sehen die Praktiken der alternativen und komplementären Medizin kritisch. Sie beschreiben selbige als unwissenschaftlich, und kritisieren dass diesen Therapien der Nachweis von Wirksamkeit fehlt [2] [ 3] [4 ] [5] [6]. Doch muss diese Kritik selbst kritisch betrachtet werden. Es entsteht der Eindruck, dass sie einem bestimmten Zweck folgt der nicht gerechtfertigt ist, und nicht unbedingt die besten Interessen für Patienten darstellt.

Wer sagt, was Wissenschaft ist ?

Die Traditionelle Chinesische Medizin und das Ayurveda, neben anderen, sind überlieferte volksmedizinsche Heilbehandlungen die den Test der Zeit bestanden haben. Seit 2000 bis 3000 Jahren sind sie erfolgreich im Einsatz bei der Behandlung ihrer Patienten, und das mit einer ganzheitlichen Sicht auf Gesundheit und Krankheit [4] [7]. Erst in jüngster Zeit, im Vergleich zu der Zeitspanne des Bestehens der alten volksmedizinischen Therapien, entstand ein neuer, moderner therapeutischer Ansatz, genannt die westliche Medizin! Dieser medizinische Zweig sprang an die Spitze und wurde als wichtigster Ansatz zur Gesundheitsversorgung gepriesen, der demnach die älteren, traditionellen medizinischen Systeme überholte, und durch die Implementierung von Regelwerken und Paradigmen weitestgehend als einzige wissenschaftlich Form der Gesundheitsbehandlung anerkannt wurde!Die älteren, traditionellen Behandlungsformen wurden zunehmend mehr oder weniger erfolgreich an die Peripherie der medizinischen Praxis gedrängt; wurden als nicht-wissenschaftlich, entsprechend den wissenschaftlichen Standards, des emporsteigenden neueren, allopathischen Behandlungsansatz, diskreditiert [4]. Als solcher ist der neuewestliche Ansatz zum konventionellen allopathischen medizinischen System geworden, und alle anderen Behandlungsverfahren der Medizin, zu den unkonventionellen oder alternativen Therapien [8].

Die konventionelle Behandlung fordert von allen anderen Behandlungsansätzen den Nachweis der Wissenschaftlichkeit ihrer Praktiken. Selbige müssen gemäß den neu implementierten konventionellen Standards gemessen werden, um die Anerkennung des betreffenden Therapieansatzes als eine sichere Behandlungsmethode zu bestätigen [4]. Es wird angestrebt dadurch eine evidenzbasierte Behandlungspraxis zu gewährleisten, die durch “ individuelle klinische Erfahrung “ und „der besten verfügbaren externen klinischen Evidenz aus systematischer Forschung “ gekennzeichnet ist [9]. Durch das Beharren auf diesen Nachweis, haben die Verfechter der allopathischen medizinischen Behandlungsweise im Laufe der Jahre, ihre Variante der Therapierung als die “übergeordnete” Gesundheitsbehandlung manifestiert. Ihre Praxis gilt als wissenschaftlich, evidenzbasiert, wogegen die Verfahren der viel älteren Methoden, diesen Anforderungen der neuen, wissenschaftlichen Paradigmen nicht gerecht werden.

Aus der historischen Perspektive, so Riley [4], sollte die Beharrung auf Wissenschaftlichkeit, “die unorthodoxen Methoden der Medizin beseitigen“, um eine Modernisierung und Qualitäts-verbesserung der medizinischen Praktiken einzuleiten. In seinem Artikel zeigt Riley [4] am Beispiel von Thailand, wie insbesondere die USA, Lehrgremien und Stiftungen zur Gründung orthodoxer medizinischer Schulen und Systeme finanzierte. Dies hatte den Sinn, eine Digression in Richtung der neueren Systeme der Gesundheitsversorgung zu fördern. In Folge dieser Entwicklung, die in vielen Ländern während der Kolonisation statt fand, so Riley weiter, fand eine Vernichtung volksmedizinischer Praxen statt. Diese Entwicklung war besonders erfolgreich in unterentwickelten Ländern. In China und Indien zum Beispiel, war dies weniger effektiv, da die indigenen Behandlungen der TCM und des Ayurveda seit Tausenden von Jahren erfolgreich angewandt wurden, ohne die Abhängigkeit von wissenschaftlichen Nachweisen der Wirksamkeit ihrer Behandlungen[4].

Alternativ Medizin und Wissenschaft

Der Ruf nach Beweisen für die Wissenschaftlichkeit der unkonventionellen Therapien hat durch seine Beharrlichkeit dazu geführt dass gemeinhin Wissenschaft als eine wahre Tatsache angenommen wird, und dass folglich eine Therapie, die messbar nach den wissenschaftlichen Richtlinien der konventionellen Medizin ist, eine wirksame Behandlung darstellt [4] . Dem ist nicht so! Während es anerkannt werden muss, dass mit der Entwicklung und dem Fortschreiten der Wissenschaft lebensrettende Behandlungen, die in der Volksmedizin noch unbekannte waren, entwickelt wurden, so zum Beispiel das Penicillin. Es gilt darauf hinzuweisen, dass die medizinische Wissenschaft durchaus ihre Grenzen hat und kein Allheilmittel für alle Krankheiten darstellt [4] [6]! In der Tat, ist das Ausmaß der „Heilung“ von Krankheit, im Namen der medizinischen Wissenschaft, relativ klein. Das größte Lob, gebührt deren Verbesserung von hygienischen Bedingungen [4].

Die Forderung nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ist schon in der Beanstandung des Mangels mängelbehaftet, denn „obwohl Diskriminierung im Namen der Wissenschaft praktiziert wird, ist es schwierig, eine explizite Grundlage für die Charakterisierung einer spezifischen medizinischen Richtung als wissenschaftlicher, gegenüber einer anderen darzustellen“ [ 4]. Darüber hinaus gibt es keinen Konsens darüber, was als Beweis des Nachweises angesehen werden kann [5].

Die Konzeption, alle therapeutischen Behandlungsansätze durch Methoden der allopathischen Überprüfung zu belegen, um selbigen eine Evidenzgrundlage zu geben ist nicht realisierbar, zu unterschiedlich sind die zugrunde liegenden Philosophien der verschiedenen Disziplinen [3]. Doch anzunehmen, dass es den Disziplinen der Alternativmedizin am Nachweis ihrer Wirksamkeit mangelt ist nicht korrekt, ebenso ist die Annahme falsch dass die schulmedizinischen Therapien diesen erbracht haben.

Untersuchungen zur Wirksamkeit von Alternativ-therapien waren und sind problematisch! Wissenschaft folgt dem Konzept einer „materialistischen Kausalität“ [3], und die Alternativ-therapien verfehlen es in die Rahmenbedingungen dieses Konzepts zu passen. Es scheint, dass Änderungen in der inhärenten Weltanschauung des vorherrschenden wissenschaftlichen Paradigmas notwendig sind, um das Konzept der Alternativmedizin bewerten zu können [10] [3]. Der Kern der primären Konflikte der Wissenschaft mit den Alternativ-therapien demonstriert Dissonanz des herkömmlichen Konzept der Standardisierung mit dem der Individualisierung, welches Grundlage der alternativen, nicht-konventionellen Behandlungsmethoden ist [11]. Als solches ist daher der Goldstandard der randomisierten Kontrollstudie (RCT ), als Hauptinstrument für die Bewertung der Wirksamkeit einer Behandlungsmethode, zur Ermittlung in ganzheitlichen medizinischen Gesundheits-konzepten ungeeignet [11].

Alternative Therapien, wie zum Beispiel die Homöopathie, verfahren damit die inhärenten Testmethoden konventioneller Studien und Untersuchungen anzuwenden, und folgen den maßgebenden Verfahren die durch das CONSORT-Statement beschrieben wurden [13] (zuzüglich Erweiterungen [16]), und haben aber Ihre Erhebungen um spezifische Daten der homöopathischen Behandlung erweitert. Diese Ergänzungen, sind in den REDHOT Leitlinien beschrieben [14].

Während die meisten Studien und Untersuchungen in der Alternativmedizin den Schwerpunkt der Erforschung auf die Überprüfung der Wirksamkeit der Behandlung zu Placebo legen, betont Walach [5], dass die Investigation in Alternativ-therapien mit dem RCT, der randomisierten Kontrollstudie , einer anderen Struktur folgen sollte. Er betont, dass es vorteilhafter ist die ganzheitliche Behandlung gegen die Wirksamkeit der Behandlung einer anderen Disziplin zu testen, als selbige gegen Placebo zu prüfen. Riley [4] sieht Placebo als einen Widerspruch auf die Inanspruchnahme der Wissenschaftlichkeit an sich. „Placebos hängen vom Glauben der Patienten (und vielleicht des Arztes) an die Wirksamkeit einer Therapie ab” [4]; also von einer Subjektiv-Erfahrung, weshalb der Wissenschaft selbst ein ‚unwissenschaftlicher‘ Aspekt inne wohnt.

Ist Allopathie eine evidenzbasierte Medizin?

Neben all den hitzigen Diskussionen und der anhaltenden Nachfrage nach evidenzbasierten medizinischen Behandlungen der Alternativmedizin, erhält ein Thema häufig sehr wenig Beachtung. Nämlich das Ausmaß, in dem die konventionellen Therapien das praktizieren was sie predigen, und den Nachweis der wissenschaftlichen Wirksamkeit erbringen. Lariccia [8] und Patel [3] weisen darauf hin, dass nur wenige Studien, die die Alternativ-therapien untersuchen, von guter Qualität sind. Sie betonen aber auch dass dies ebenfalls ein Problem ist bei der Bewertung von Behandlungsmethoden die als evidenzbasiert und wissenschaftlich gelten.

CLINICAL EVIDENCE umfasst eine Datenbank mit hochwertigen, streng systematisch erhobenen Studien, die den Nutzen und Schaden von Behandlungen bewerten“ [15] (n.p.). Dort wurden 3000 Behandlungen nach Ihrer Wirksamkeit kategorisiert, mit einem erstaunlichen und in der Tat schockierenden Ergebnis. Die Daten gaben wieder, inwieweit Behandlungen evidenzbasierte sind. Das Ergebnis dieser Kategorisierung hat gezeigt, dass lediglich 11% der Studien und Untersuchungen positive Ergebnisse zeigten, 23% der Studien gaben Resultate an von wahrscheinlich vorteilhafter Wirksamkeit, während die restlichen 66% als fraglich, von unbekannter Wirksamkeit, als unwirksam oder schädlich befunden wurden [15].

Graphik von: http://clinicalevidence.bmj.com/x/set/static/cms/efficacy-categorisations.html

Diese Erhebung zieht die Gründe für die anhaltenden und entschlossenen Forderungen nach wissenschaftlichen Belegen der Wirksamkeit der Alternativen Behandlungen in Frage. Mit solch geringfügigem profundem Nachweis, aus der so genannten wissenschaftlichen Medizin, ist die Legitimität der Kritik aus Reihen der medizinischen Orthodoxie, über einen nicht ausreichend vorhandenen Beweis der Effektivität der nicht-konventionellen Praktiken, eher fragwürdig und beschämend.

Warum also beharrt man, und fordert derart hartnäckig den Nachweis der wissenschaftlichen Wirksamkeit der Alternativ-therapien, insbesondere aus Reihen der herkömmlichen, konventionellen Medizin? Der Grund wird ganz offensichtlich, wenn man in Betracht zieht die Zunahme des Interesses an, Akzeptanz und Nutzung von Alternativmedizinischen Disziplinen durch beständig steigende Patientenzahlen. Alternative Behandlungstherapien haben sich zu etwas bedrohlichem entwickelt, aus Sicht der herkömmlichen medizinischen Praxis [3].

Die Alternativen Therapien existieren weil Patienten Behandlungen außerhalb des konventionellen Bereichs der medizinischen Praxis verlangen [10]. Patienten erkennen und erleben dass die Schulmedizin Mängel und Grenzen hat [6]. Sie erkennen die Auswirkungen die eine Behandlug auf sie hat. Sie bemerken Nebenwirkungen und nachteilige Begleiterscheinungen, die häufig von der Behandlung ihrer Erkrankung stammen. Patienten haben sich sensibilisiert für ihr eigenes Wohlbefinden und ihre Gesundheit, und sind deshalb kritischer geworden im Umgang mit ihren Beschwerden und Krankheiten [5] [6]. Daher fordern Patienten ganzheitlich, sanft, und alternativ behandelt zu werden.

Fazit

Patel [2] betont, dass ein integrativer Ansatz zur Behandlung sehr wertvoll für den Patienten sein kann. Er betont, dass der Faktor ‚Zeit des Bestehens‘ einer Disziplin inadequat ist um als Maß für deren Wirksamkeit zu dienen, und dass die Erforschung mit standardisierten wissenschaftlichen Mitteln notwendig ist für die Anerkennung einer nicht-konventionellen Therapie! Dennoch behauptet er, dass es viele Herausforderungen für diese Untersuchungen gibt, und daß die Alternativ-Therapien nicht beabsichtigen sollten, den Nachweis zu erbringen, ein überlegenerer Ansatz zur Gesundheitsversorgung zu sein! Vielmehr sollte der Schwerpunkt auf der Entdeckung von „Stärken und Schwächen der einzelnen Behandlungssysteme liegen, um in der Lage zu sein, zu zeigen, dass bestimmte Krankheitsfälle durch spezifische ganzheitliche Therapien behandelt werden sollten, während andere bestimmte Erkrankungen durch wissenschaftliche medizinische arbeitende Ärzte behandelt werden sollten“ [2].

Würden die Alternativen Behandlungsmethoden in vollem Umfang den üblichen standardisierten wissenschaftlichen Methoden entsprechen, und durch selbige untersucht werden können, würden die alternativen und nicht-konventionellen Therapien das verlieren was sie ‚anders‘ macht. Sie würden wissenschaftlich standardisiert gemäß des orthodoxen wissenschaftlichen Paradigmas, und müssten daher in die Schulmedizin integriert werden; würden somit konventionell. Die Alternativ-therapien müssten neu klassifiziert werden, als Spezialgebiete der herkömmlichen Praxis [10]. Ist dies überhaupt wünschenswert?

Lariccia [8] weist darauf hin, dass „das Fehlen von Studien eine Therapie nicht widerlegt“, und obwohl Patel [2] die Konformität der Alternativen Behandlungsmethoden mit den wissenschaftlichen Prüf-Methoden, bieten die traditionellen Therapien wertvolle Konzepte zur Gesundheitsversorgung. Therapeuten können die Beweise für die Wirksamkeit einer Behandlung nicht ignorieren die durch erfolgreiche Behandlungen und Erfahrungen in der Praxis dokumentiert wurden, nur auf Grund von nicht Annehmbarkeit der Behandlungsphilosophie in rigiden, auferlegten Rahmenbedingungen. Es ist das momentan noch Unerklärliche was Forschung anregt, und was “in der Vergangenheit bedeutende wissenschaftliche Fortschritte hervor brachte [3].

Quellenangabe:

[1] Michlig, M, Ausfeld-Hafter, B. & Busato, A. (2008) Patient satisfaction with primary care: A comparison between conventional care and traditional Chinese medicine [online] article from Complementary therapies in medicine last accessed September 2012 at URL http://www.sciencedirect.com

[2] Patel, M. (1987a) Evaluation of holistic medicine [online] article from Soc. Sci. & Med. Last accessed September 2012 at URL http://www.sciencedirect.com

[3] Patel, M. (1987b) Problems in the evaluation of alternative medicine [online] article from Soc. Sci. & Med. Last accessed September 2012 at URL http://www.sciencedirect.com

[4] Riley, J. (1977) Western medicine´s attempt to become more scientific: Examples from the United States and Thailand [online] article from Soc. Sci. & Med. Last accessed September 2012 at URL http://www.sciencedirect.com

[5] Walach, H. (2009a) The campaign against CAM and the notion of “evidence-based” [online] article from The Journal of alternative and complementary medicine last accessed September 2012 at URL http://ehis.ebscohost.com

[6] Walach, H. (2009b) The campaign against CAM – a reason to be proud [online] article from The Journal of holistic healthcare last accessed September 2012 at URL http://www.ecpm-europe.ch

[7] Patwardhan, B. Warude, D, Pushpangadan, P. & Bhat, N. (2005) Ayurveda and traditional Chinese medicine: A comparative overview [online] article from Advance Access Publication last accessed September 2012 at URL http://www.ncbi.nlm.nih.gov

[8] LaRiccia, P. (2003) Point of view: A Physician´s experience with integrating complementary and alternative medicine: Opportunities, problems & directions [online] article from Seminars in integrative medicine last accessed September 2012 at URL http://www.sciencedirect.com

[9] White, B. (2004) Making evidence-based medicine doable in everyday practice [online] article from Family practice management last accessed September 2012 at URL http://www.aafp.org/fpm

[10] Chez A. & Jonas, W. (1997) The challenge of CAM [online] article from Am J Obstet Gynecol last accessed September 2012 at URL http://www.sciencedirect.com

[11] Yamey, G. (2000) Can complementary medicine be evidence-based? [online] article from West J Med last accessed September 2012 at URL http://www.ncbi.nlm.nih.gov

[12] Huffard, D. (2003) Evaluating complementary & alternative medicine: The limits of Science and Scientists [online] article from Journal of Law, Medicine & Ethics last accessed September 2012 at URL http://onlinelibrary.wiley.com

[13] Schulz KF, Altman DG, Moher D, for the CONSORT Group. CONSORT 2010 Statement: updated guidelines for reporting parallel group randomised trials. BMJ 2010;340:c332. (http://www.consort-statement.org)

[14] Dean, M., Coulter, M., Fisher, P., Jobst, K. & Walach, H. (2007) Reporting data on homeopathic treatments (RedHot): A supplement to CONSORT [online] from The Journal of alternative and complementary medicine last accessed September 2012 at URL http://www.audesapere.in

[15] BMJ (2012) What conclusions has Clinical Evidence drawn about what works, what doesn´t based on randomised controlled trial evidence? [online] article from Clinical Evidence last accessed September 2012 at URL http://clinicalevidence.bmj.com

[16] Moher D, Hopewell S, Schulz KF, Montori V, Gøtzsche PC, Devereaux PJ, Elbourne D, Egger M, Altman DG, for the CONSORT Group. CONSORT 2010 Explanation and Elaboration: updated guidelines for reporting parallel group randomised trial. BMJ 2010;340:c869. (http://www.consort-statement.org)

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Kurz und bündig … Organopathie / Organotropie

Organopathie ist eine Form der Behandlung, wo anders als in der klassischen homöopathischen Fallaufnahme, die Lokalität der Symptome und ihre Beziehung zu einem bestimmten Organ das entsprechende Mittel zur Behandlung indiziert [1].

Dieser Ansatz stammt aus der Volks-medizinischen Praxis und wurde ursprünglich von Paracelsus (1493-1541) und seim Diktum geprägt [6] „Ähnliches müsse mit Ähnlichem verglichen werden“. Die zugrunde liegende Idee war, dass eine Krankheit geheilt werden könne, durch ein pflanzliches Arzneimittel, das ähnliche Eigenschaften in seiner Signatur ausgedrückt [3]. Signatur, als eine Lehre, beschreibt die Struktur und die Eigenschaften der Pflanzen und ihre Ähnlichkeit zu Organen oder Organsystemen [9]. Für Paracelsus bedeutete dies, dass eine Störung in den Organen durch ein pflanzliches Heilmittel, das ähnliche Eigenschaften wie die Krankheitssymptome eines Organs oder Organsystems zum Ausdruck brachte, kurativ auf die Symptome und damit die Krankheit wirken konnte [8].

Die paracelsische Ähnlichkeit ist aber eine andere als die die den hahnemannschen Prinzipien zugrunde liegt. Für Hahnemann (1755-1843) bedeutete das Diktum „Ähnliches heilt Ähnliches“ dass die Symptomatik eines Patienten, durch eine Medizin geheilt werden kann die bei einer gesunden Person ähnliche Symptome hervor gerufen hat [3].

In seiner Zeit dann, nahm Rademacher (1772-1850) die ältere Definition von Ähnlichkeit auf, und verfolgte den Ansatz, dass durch die Identifizierung der Lokalität einer Krankheit eine Verbindung zu einem potenziell erkrankten Organ bestand [4]. Als solches war für Ihn die Heilung eines kranken Organs oder Organsystems, eine Behandlung des Ursprungs der Krankheit die durch das Individuum als Ganzes ausgedrückt wurde [7].

Burnett (1840-1901) verband die Ansichten von Paracelsus und Rademacher und kombinierte diese mit der homöopathischen Lehre und schmiedete dadurch den organopatischen Behandlungsansatz [5].

Burnett nutzte hauptsächlich die unteren homöopathischen Potenzen und Urtinkturen, insbesondere aber entwickelte er die Verwendung von Nosoden, die nach miasmatischen Überlegungen, vor allem in der Behandlung von Krebs Anwendung fanden [5]. Burnett hatte eine pathologische Sichtweise im bezug auf Krankheit, und glaubte, dass nicht nur die ganzheitliche Symptomatik den kranken Zustand eines Patienten reflektierte, sondern dass ein präziser Ausdruck der Krankheits – Pathologie benötigt würde, um eine angemessene Behandlung, das Similimum, zu identifizieren [2]. Daher wurde die Lokalität einer Krankheit ein Hauptindikator für die heilbringende Verschreibung [2]. Diese Sicht stand in klarem Gegensatz zu den Prinzipien der klassischen Homöopathie [4].

Laut Hahnemann aber, wird auch eine Beeinträchtigung der Gesundheit, welche durch die Erkrankung eines Organs ausgedrückt wird, am besten behandelt unter Berücksichtigung des ganzheitlichen Erscheinungsbildes des Patienten [10]. Nach Burnett kann dieser Zustand jedoch nur geheilt werden, durch Beheben der krankmachenden Ursache welche potenziell in einem Organ oder Organsystem aufzufinden ist [4]. Als solches richtet sich die Organopathie nach einer allopathischen Form der Verschreibung, die sich an einer klinischen Diagnose orientiert und mit in die holistische Fallaufnahme einbezogen wird [11]. Organopathie unterscheidet sich von der Homöopathie, und ist daher eher ein Ansatz der als ergänzendes Werkzeug dem behandelnden Homöopathen zur Verfügung steht.

Auf Clever Homeopathy, gab es zum Thema eine interessante Diskussion über die mögliche Rolle von Spagyrika in der organopatischen Behandlung (in Englisch). Siehe Kommentare: http://cleverhomeopathy.wordpress.com/2013/02/25/in-a-nutshellorganopathy/#comments

Weitere Informationen gibt es hier (in Englisch): http://hpathy.com/homeopathy-papers/a-critical-analysis-of-organopathy-in-diagnosis-and-practice/

References:

[1] Witt, P. (2007) Organotropie : Was versteht man in der Homoeopathie unter Organotropie? [online] last accessed 13.03.10 at URL http://www.homoeopathie-heilpraktiker.de/lexikon/organotropie.htm

[2] Blair, J. (2009) Organopathy – a relevant approach? The Homeopath Vol.28, No.3, pp.92-99.

[3] Monk-Schenk, M. (2002) Organ Remedies; Our Gift from Paracelsus and Rademacher, with Special Focus on the Liver and Spleen The Homeopath No.87, pp.14-19.

[4] Wholehealthnow (2008) Specificity of Seat – James Compton Burnett and the Generalization of Locality [online] last accessed 13.02.10 at URLhttp://www.wholehealthnow.com

[5] Morrell, P. (1995) From Cooper Club to Flower essences: A Portrait of British Homeopathy 1870-1930 [online] last accessed 13.03.10 at URLhttp://homeoint.org/morrell/articles/pm_coope.htm

[6] Clarke, J.H. (1999) Hahnemann and Paracelsus [online] last accessed 13.03.10 at URL http://homeoint.org/morrell/clarke/prefacemorrell.htm

[7] Dudgeon, R.E. (2000) Similarities between Hahnemann and Paracelsus [online] last accessed 13.03.10 at URL http://www.homeoint.org/morrell/clarke/dudgeon.htm

[8] Whitney, J. (1996) The Legacy of Rademacher The Homoeopath No.61, pp.540-542.

[9] Rafeeque, M. (unknown) Doctrine of Signature in Homeopathy [online] last accessed 15.03.10 at URL http://www.similima.com

[10] Ledermann, E. (unknown) The homeopathic treatment of common liver and gall-bladder disorders [online] last accessed 13.03.10 at URLhttp://www.sciencedirect.com

[11] Netdoktor.de (2010) Klassische Homoeopathie [online] last accessed 13.03.10 at URL http://www.netdoktor.de/Krankheiten/Alternativmedizin/Klassische-Homoeopathie-10667.html

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Homöopathie im Dienste von Fußball, Olympia und anderen Sportarten

Während der Europa- und Weltmeisterschaften im Fußball, den Olympischen Spielen, und anderen sportlichen Wettkämpfen, kommen immer wieder die Fragen auf, welche Rolle homöopathische Mittel im Sport spielen können? Was wissen wir von ihrer Anwendung bei der Behandlung von Sport-verletzungen, oder als prophylaktisches und dabei legales Instrument zur Leistungssteigerung?

Es war ein Zeitschriftenartikel im Jahre 2008, der die Kritiker und Antagonisten des homöopathischen Behandlungsansatzes etwas sprachlos machte [1]. Der Autor berichtet, dass laut einer Umfrage, unter den Fußballmannschaften der ersten und zweiten Bundesliga, der Einsatz von homöopathischen Mitteln keine Seltenheit war. Es zeigte sich, dass 92% der medizinischen Teams  der Vereine, ihre Spieler homöopathisch behandelten. Im allgemeinen war man der Meinung dass die homöopathische Behandlung deutliche Vorteile gegenüber anderen Formen der medizinischen Betreuung hat.

Ärzte, Homöopathen und Heilpraktiker sehen die Homöopathie als einen alternativen Ansatz zur Gesundheitsversorgung, der nicht-invasiv sondern eher sanfter Natur ist, und dabei äußerst wirksam in der Behandlung von körperlicher Belastung und Überanstrengung ist [2]. Zwischenzeitlich wird anerkannt, dass es bei einer homöopatischen Behandlung zu einer schnelleren Erholung nach Verletzungen kommt [3], und dass homöopathische Mittel weitestgehend frei von unerwünschten Nebenwirkungen sind[4]. Die Anwendbarkeit der Homöopathie, als ergänzende Behandlung zu Interventionen anderer medizinischer Disziplinen, wird als vorteilhaft für den Patienten angesehen [5]. Die Tatsache, dass die Verschreibung von homöopathischen Mitteln nicht grundsätzlich durch Dopingbestimmungen beschränkt ist [16], macht die homöopathische Behandlung besonders attraktiv für aktive Laien und Sportprofis [6]; [1]; [7]; [8].

Die erwähnte Umfrage ergab, dass 76% der Fussballvereine, hauptsächlich Komplexhomöopatika in der homöopathischen Behandlung ihrer Spielern verwenden [1]. Das meist angewandte Präparat bei Verletzungen, die durch körperliche Anstrengung beim Sport verursacht werden, ist „Traumeel“. Dieses Komplexmittel war Gegenstand umfangreicher Tests und Studien [9] und ist daher  oft als homöopathisches „Diclofenac“ beschrieben worden [10]. Die Studien haben gezeigt, dass die  Wirksamkeit und Verträglichkeit von Traumeel, für die Patienten, durchaus der herkömmlichen nicht-steroidalen, anti-entzündlichen Behandlung  überlegen ist[11]; [12]; [13].

Es gibt wenige wissenschaftliche Studien zu homöopatischen Einzelmitteln, aber die bereits erbrachten Forschungsergebnisse zu homöopathischen Einzelpräparaten für die Behandlung von Sportverletzungen, lassen vermuten, dass Arnica und Rhus toxicodendron am weitesten verbreitete Verwendbarkeit aufweisen [14]. Es gibt nur wenige Untersuchungen, die die Effektivität anderer homöopatische Mittel für Sportverletzungen, überprüft haben.

Jedoch ein weit breiteres Spektrum an homöopatischen Heilmitteln kommt aus der Erfahrung in der alltäglichen Anwendung, was darauf hindeutet, dass dem Behandler wie auch dem Athleten, mit der homöopathischen Behandlung im Bereich des Sport, durchaus ein sehr erfolgreiches Instrument zur Verfügung steht. Eine Reihe von Autoren haben Nachschlagewerke verfasst die Einblicke in die Verschreibung von homöopathischen Mittel im Sport liefern.

Bei der prophylaktischen Verschreibung, soll heißen, in der Abwesenheit von akuter oder chronischer Symptomatik, ist die homöopathische Behandlung etwas umstritten.  Viele Homöopathen sehen in diesem Ansatz der homöopatischen Verschreibung, eine Verletzung der homöopathischen Prinzipien  Hahnemanns [15]. Dieser beschrieb in seinem Organon, dass in der klassischen Homöopathie der Schwerpunkt auf der individuellen Behandlung liegt [15]. Eine prophylaktische Verschreibung aber, zielt auf die Vermeidung einer möglichen, künftigen Erkrankung oder Verletzung hin, und setzt eine Behandlung  vorraus die in Abwesenheit von Krankheitssymptomen, ein adequates Heilmittel verschreibt. Mit diesem Ansatz ist es möglich, vielen noch nicht Erkrankten die gleiche Behandlung zukommen zu lassen, gleichgültig der homöopathisch so wichtigen Aspekte der Fallaufnahme, die aus den Eigenheiten des Patienten und dessen individuellen krankhaften Symptomen ein homöopatisches Mittel erörtern lässt.

Dieser kritisch beäugte, prophylaktische Ansatz war jedoch Hahnemann nicht gänzlich unbekannt. Tatsächlich wandte er die prophylaktische Form der Verschreibung im Falle von Epidemien an. Hierfür wurde aber der Genus epidemicus verschrieben, wie Hahnemann in Aphorismus 102 des Organon beschrieb [15]. Diesem jedoch liegen andere Prinzipien zugrunde.  Während es für diesen Ansatz bereits positive Effektivitätsstudien gibt, gibt es für die vorherige Verschreibungsweise bis heute nur uneinheitliche Studienergebnisse [14]. Allerdings gibt es Quellen praktischer Erfahrung die davon berichten, dass diese Art der Anwendung, unter Verwendung homöopatischer Mittel in prophylaktischen Gaben, zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit geführt haben [6].

Im allgemeinen gibt es weltweit nur wenige Studien über den Einsatz von homöopathischen Mitteln bei Sportlern. Die obige Umfrage jedoch [1] zeigt, dass die praktische Anwendung homöopatischer Mittel weit umfangreicher ist als bisher angenommen. Von der Forschung, und aus Erfahrung in der Praxis geht hervor, dass die Homöopathie eine praktikable Behandlungsoption für körperlich aktive Personen, Profis wie auch Amateure ist. Sei es im Fußball, bei Olympischen Spielen oder bei anderen sportlichen Ereignissen, es gibt viele Anwendungen einer homöopathischen Behandlung im sportlichen Bereich. Homöopathie kann bei der Erholung von Verletzungen, Überanstrengung  und bei dem Wunsch nach Leistungssteigerung hilfreich sein.

Wer mehr wissen möchte: „The homeopathic treatment of sports-injuries“ http://hpathy.com/homeopathy-papers/the-homeopathic-treatment-of-sports-injuries/

Referenzen:

[1] Meyer, D. (2008) EM-Profis setzen auf sanfte Medizin [online] last accessed 13 August 09 at URL http://www.spiegel.de

[2] DZS (2009) Individuell trainieren – Prof.Dr. P. Billigmann im Interview zum Thema Fussball [online] last accessed 20 March10 at URL http://www.zeitschrift-sportmedizin.de

[3] Medical tribune (2004) Professor Billigmann stärkt Sportler homöopathisch [online] last accessed 14 November 09 at URL http://www.medical-tribune.de

[4] Wellnessing (2007) Naturheilmittel – Umfrage unter den Mannschaftsärzten der ersten und zweiten Fussballbundesliga [online] last accessed 14 November 09 at URLhttp://www.wellnessing.de

[5] Subotnick, S. (Unknown) Report from the medical practice – Treatment of Achilles Tendinopathy in the Athlete [online] last accessed 27 October 09 at URLhttp://www.biopathica.co.uk

[6] Kayne, S. (1992) Homeopathy in sports medicine British Homoeopathic Journal, Vol. 81, pp.142-147.

[7] Pressetext.austria (2009) Homöopathie als Doping-sichere Sportlerbehandlung [online] last accessed 08 November 09 at URL http://pressetext.ch

[8] Zittlau, J. (2008) Blut an den Stollen [online] last accessed 14 November 09 at URLhttp://www.welt.de

[9] Pressetext.deutschland (2009) Leistungssteigerung mit der Homöopathie [online] last accessed 08 November 09 at URL http://www.aponeo.de

[10] DZS (2009) Individuell trainieren – Prof.Dr. P. Billigmann im Interview zum Thema Fussball [online] last accessed 20 March10 at URL http://www.zeitschrift-sportmedizin.de

[11] Birnesser, H., Oberbaum, M., Klein, P. & Weiser, M. (2004) The homeopathic preparation Traumeel S compared with NSAIDs for symptomatic treatment of epicondylitis[online] last accessed 17 January 10 at URL http://www.helhetsmedisin.net

[12] Schneider, C., Klein, P., Stolt, P. & Oberbaum, M. (2005) A homeopathic ointment preparation compared with 1% diclofenac gel for acute symptomatic treatment of tendinopathy [online] Explore Vol.1, No.6, pp.446-452, article from Elsevier, last accessed 08 November 09 at URL http://sciencedirect.com

[13] Schneider, C., Schneider, B., Hanisch, J. & van Haselen, R. (2007) The role of a homeopathic preparation compared with conventional therapy in the treatment of injuries: An observational cohort study [online] Complementary Therapies in Medicine Vol.16, pp.22-27, article from Elsevier, last accessed 08 November 09 at URL http://sciencedirect.com

[14] Mittelstadt, U. (2010) The homeopathic treatment of sports-injuries [online] last accessed 03 May 12 at URL http://hpathy.com

[15] Hahnemann, S. (1974) Organon der Heilkunst (2.Auflage) 6B Heidelberg:Karl.F.Haug Verlag.

[16] WADA (2012) What about homeopathic products and alternative medicine? [online] last accessed 03 May 12 at URL http://www.wada-ama.org

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